Velvet Lips & LipStick Nachbehandlung: Leitfaden für korrektes Heilen nach PMU
Optimale Nachbehandlung nach Velvet Lips Pigmentierung: Heilungsphasen, kundengerechte Anleitung und häufige Fehler, die du vermeiden musst.
Die Velvet Lips & LipStick-Pigmentierung ist eine der gefragtesten PMU-Techniken – die Kundinnen lieben den natürlichen, langanhaltenden Effekt. Doch die Realität in deinem Studio zeigt: Viele Kundinnen sabotieren unbewusst ihren eigenen Heilungsprozess. Sie kratzen an Krusten, verwenden zu viel Feuchtigkeitscreme, gehen zu früh in die Sauna oder greifen zu aggressiven Lippenpeelings. Das Resultat sind fleckige Farbentwicklung, vorzeitiger Pigmentverlust und enttäuschte Kundinnen, die dein Studio in schlechtem Licht darstellen.
Die Nachbehandlung ist nicht optional – sie ist die zweite Hälfte deiner Arbeit als Fachkraft. Ein perfekt pigmentiertes Lips-Design nützt nichts, wenn der Heilungsprozess nicht optimal verläuft. Deshalb ist es deine Aufgabe, deine Kundinnen nicht nur während des Behandlungstermins zu betreuen, sondern auch die kommenden Wochen aktiv zu begleiten. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du den Heilungsprozess nach Velvet Lips richtig leitest, deine Kundinnen mit der richtigen Anleitung versorgst und häufige Fehler von Anfang an vermeidest. So stellst du sicher, dass jede Kundin ein perfektes Langzeitergebnis erhält – und du etablierst dich als Fachkraft, auf die man sich verlassen kann.
Der Heilungsprozess nach Velvet Lips: Die Phasen verstehen
Der Heilungsprozess nach einer Velvet Lips & LipStick-Pigmentierung läuft in klar definierten Phasen ab. Wenn du diese Phasen kennst, kannst du deinen Kundinnen realistisch erklären, was passiert und warum bestimmte Maßnahmen wichtig sind. Das gibt ihnen Sicherheit und Vertrauen – und reduziert Verunsicherung erheblich.
Phase 1: Die erste Woche – Schwellung, Nässen und Krustenbildung
In den ersten 24–48 Stunden schwellen die Lippen sichtbar an. Das ist normal und liegt an der Reizung durch die PMU-Nadeln. Die Schwellung ist stärker als nach klassischem Augen-Tattooing, weil die Lippen ein sehr empfindliches und gut durchblutetes Areal sind. Gleichzeitig tritt Lymphflüssigkeit aus, die sich auf der Oberfläche als feuchter Belag bemerkbar macht – das ist das sogenannte Weeping. Dieser Belag ist nicht Eiter oder Infektion, sondern Teil der normalen Wundheilungsreaktion. Es ist wichtig, dass du deine Kundinnen hier beruhigst: Das sieht beängstigend aus, ist aber völlig normal.
Ab Tag 3–4 beginnt die Krustenbildung. Kleine, dunkle Krusten bilden sich auf der pigmentierten Fläche. Diese Krusten sind der Körper, der die Wunde selbst versiegelt. Unter diesen Krusten findet die wichtigste Phase der Farbentwicklung statt. Deine Kundinnen müssen verstehen: Diese Krusten nicht zu kratzen ist nicht verhandelbar. Wer daran kratzt, entfernt nicht nur Krusten, sondern auch Pigmentpartikel – und das führt zu fleckigen Ergebnissen. Dies ist die größte Fehlerquelle in dieser Phase.
Phase 2: Das Peeling – die Phase der Ungeduld
Nach etwa einer Woche beginnt das natürliche Peeling. Die Krusten lösen sich und die oberste Hautschicht schuppt sich ab. Das ist optisch unschön – die Lippen wirken trocken, erinnern an einen Sonnenbrand – und viele Kundinnen werden nervös, weil die Farbe weniger intensiv aussieht. Manche meinen, die Pigmentierung sei nicht gegangen oder würde verblassen.
Dies ist die Phase, in der du mit falschen Erwartungen kämpfen musst. Erkläre deinen Kundinnen: Das Peeling ist nicht das Ende des Heilungsprozesses, sondern ein notwendiger Schritt. Die Farbe, die jetzt unter den Schuppen verschwindet, ist größtenteils noch nicht in der Haut. Sie wird sich erst zeigen, wenn das Peeling abgeschlossen ist und die neue Hautoberfläche sichtbar wird. Die Phase dauert typischerweise bis zur 3.–4. Woche.
Kundengerechte Nachbehandlung: Die richtigen Maßnahmen
Die Nachbehandlung nach Velvet Lips ist einfach, aber präzise. Es geht nicht um Komplexität, sondern um Konsistenz und Klarheit. Du musst deine Kundinnen mit einer detaillierten, am besten schriftlichen Anleitung versenden – nicht als mündliche Tipps, sondern als verbindliches Dokument.
Reinigung und Pflege in der ersten Woche
In den ersten 7 Tagen ist sanfte Hygiene das A und O. Die Kundin sollte die Lippen 2–3 mal täglich mit klarem, lauwarmem Wasser und einer sehr weichen Zahnbürste oder einem fusselfreien Tuch vorsichtig reinigen. Das Ziel ist, das Lymphweeping und die Beläge zu entfernen, ohne zu reizen. Aggressive Reinigung oder Rubbeln sind tabu.
Nach der Reinigung folgt eine dünne Schicht spezialisierter PMU-Aftercare-Creme. Wichtig: Nicht irgendeine Creme, sondern eine, die speziell für permanente Makeup-Behandlungen entwickelt wurde. Diese Cremes sind fettreich, antiallergisch und helfen, die Wunde in der richtigen Balance zu halten – nicht zu trocken, nicht zu feucht. Viele Kundinnen machen hier den Fehler, ihre normale Lippenpflege zu verwenden oder sogar Vaseline. Das führt zu übermäßiger Feuchtigkeit und kann die Pigmentsättigung beeinträchtigen.
Die Creme sollte dünn aufgetragen werden. Viele Kundinnen interpretieren „Aftercare-Creme” als „viel Creme”, was zu einem feuchten Milieu führt, das die Krustenbildung behindert. Dein Job ist es, dieser Fehlinterpretation vorzubeugen: Gib eine kleine Menge Creme mit und zeige ihr, wie dünn sie auftragen sollte.
Die Phase des Peelings – Geduld statt Interventionen
In der zweiten und dritten Woche braucht die Kundin vor allem eines: Geduld und Vertrauen in den Prozess. Die Lippen sehen während des Peelings nicht attraktiv aus – das ist der Punkt, an dem viele Kundinnen versucht sind, selber Hand anzulegen.
Deine Nachbehandlungsanleitung sollte hier ganz klar sein: Nicht abziehen, nicht kratzen, nicht rubbeln. Das Peeling verläuft natürlich und sollte nicht erzwungen werden. Wenn die Kundin unter Stress leidet, dass die Farbe „nicht hält”, ist dies der richtige Zeitpunkt für ein Follow-up-Telefonat oder eine Videokonferenz. Zeige ihr Photos von anderen Kundinnen im selben Stadium ihres Heilungsprozesses – das beruhigt enorm, weil sie sieht, dass das, was sie erlebt, völlig normal ist.
In dieser Phase kann die Kundin weiterhin die PMU-Aftercare-Creme verwenden, aber noch dünner auftragen. Ein zusätzlicher Schritt ist eine feuchtigkeitsspendende Lippe ohne aktive Inhaltsstoffe – so bleibt die Region nicht zu trocken, aber auch nicht überfeuchtet.
Was ist tabu in den ersten 4 Wochen?
Eine klare Liste von Dingen, die die Kundin vermeiden muss, ist unverzichtbar. Diese sollten in deiner Nachbehandlungsanleitung prominent platziert sein:
Wasser – besonders Chlorwasser im Schwimmbad und Meerwasser. Die Kundin sollte die Lippen beim Duschen oder Zähneputzen trocken halten. Wenn Wasser in Kontakt kommt, sofort mit einem trockenen Tuch tupfen.
Intensive UV-Strahlung – Sonne ist in den ersten 4 Wochen ein Pigmenten-Killer. UV-Licht kann Pigmente verblassen lassen und den Heilungsprozess beeinträchtigen. Wenn die Kundin rausgehen muss, sollte sie einen starken Sonnenschutz mit LSF 50+ auftragen.
Sauna, Dampfbad und Sport mit starkem Schwitzen – Hitze und Schweiß fördern Entzündungen und behindern die korrekte Pigmentablagerung. Das sollte für mindestens 2–3 Wochen pausiert werden.
Aggressive Lippenpeelings, Zahnbürsten an den Lippen, Trinkhalme – alles, was mechanische Reibung erzeugt, ist kontraindiziert.
Verzehr von sehr heißen Speisen und Getränken – das stimuliert die Durchblutung und kann zu Schwellungen und Nässen führen.
Rauchen – Rauchen behindert die Wundheilung generell und kann zu schlechteren Pigmentergebnissen führen. Ideal wäre völlige Abstinenz in den ersten 2 Wochen, mindestens sollte die Kundin die Menge deutlich reduzieren.
Alkohol – ähnlich wie Rauchen behindert Alkohol die Wundheilung. Besonders in den ersten 7–10 Tagen sollte darauf verzichtet werden.
Eine schriftliche Checkliste mit diesen Punkten ist nicht übertrieben, sondern professionell und hilfreich. Sie zeigt der Kundin, dass du weißt, wie wichtig die Nachbehandlung ist.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
Es gibt eine Handvoll charakteristischer Fehler, die immer wieder vorkommen und zu suboptimalen Ergebnissen führen. Wenn du diese kennst, kannst du sie im Beratungsgespräch vor dem Termin bereits adressieren.
Fehler 1: Zu aggressive Reinigung und zu viel Creme
Viele Kundinnen interpretieren die Nachbehandlung als klassische Wundheilungspflege für normale Wunden. Sie denken: Je sauberer, desto besser. Sie reiben also die Lippen mehrmals täglich mit Seife ab oder verwenden aggressive Reinigungstücher. Das ist kontraproduktiv. Die Lippen nach einer PMU-Behandlung brauchen sanfte, nicht aggressive Reinigung.
Gleichzeitig wird Creme zu großzügig aufgetragen. Die Kundin denkt: Wenn ein bisschen Creme gut ist, ist viel Creme besser. Das Resultat ist eine durchgehend feuchte Lippe, unter der sich die Kruste nicht richtig bildet und in der die Pigmente „schwimmen” statt sich abzulagern.
Deine Lösung: Zeige der Kundin beim Abschlusstermin, wie viel Creme richtig ist. Lass sie eine winzige Menge von dir auftragen und loben oder korrigieren. Das ist ein 2-Minuten-Moment, der massiven Einfluss auf das Endergebnis hat.
Fehler 2: Kratzen und Abziehen von Krusten
Dies ist der häufigste Fehler und zugleich der am schwersten zu verhindernde – weil er oft unbewusst passiert. Die Kundin kratzt sich während der Nacht im Schlaf, oder sie kann der Versuchung nicht widerstehen, wenn die Krusten „fertig wirken”.
Dies führt zu fleckigen Ergebnissen, weil Pigmentpartikel mitentfernt werden. Deine Prävention: Wiederhole in deiner schriftlichen Anleitung mehrmals, dass das Kratzen das größte Risiko für ein suboptimales Ergebnis ist. Manche Kundinnen brauchen auch eine praktische Hilfe – z.B. eine Empfehlung, Baumwollhandschuhe anzuziehen, wenn sie sich tagsüber nicht unter Kontrolle hat.
Fehler 3: Ungeduld während des Peelings
In der zweiten und dritten Woche sehen die Lippen unauffällig aus – teilweise fleckig, trocken, schuppig. Viele Kundinnen bekommen Panik und denken, die Pigmentierung ist gescheitert. Sie rufen an, verunsichert sich selbst oder andere und treffen unter Druck falsche Entscheidungen (z.B. mit aggressive Peelings arbeiten).
Deine Lösung: Informiere die Kundin vor dem Termin, dass dies normal ist. Zeige ihr im direkten Gespräch Photos anderer Kundinnen in dieser Phase. Biete an, dass sie nach 2 Wochen eine Kontrollvisite machen kann – nicht, um etwas zu ändern, sondern um dich selbst zu beruhigen. Ein 10-Minuten-Termin, in dem sie sieht „Der Prozess läuft normal”, ist unbezahlbar.
Fehler 4: Rauchen und UV-Exposition
Viele Kundinnen unterschätzen, wie sehr Rauchen und Sonne den Heilungsprozess beeinflussen. Wenn die Kundin ein Raucher ist, verstecke diesen Punkt nicht in einer langen Liste – mache ihn deutlich. Erkläre, dass Rauchen nicht nur die Heilung behindert, sondern auch die Langzeitfarbe schädigt.
Die gleiche Klarheit brauchst du bei UV: Sommer ist eine beliebte Zeit für PMU, aber auch eine Zeit, in der die Kundin viel draußen ist. Manche Kundinnen meinen, ein bisschen Sonne schadet nicht. Das ist falsch. Ein klarer, präventiver Punkt: „Sonnenschutz LSF 50+, wenn du rausgehen musst. Das ist nicht optional.”
Deine Rolle als Fachkraft: Aktive Begleitung statt Anleitung-und-Vergessen
Die beste Nachbehandlungsanleitung hilft nicht, wenn du dich nach dem Termin nicht mehr um die Kundin kümmerst. Du musst dich als aktive Begleiterin durch den Heilungsprozess positionieren.
Das konkrete Vorgehen: Gib der Kundin eine detaillierte schriftliche Anleitung mit (idealerweise mehrsprachig, je nach Kundschaft). Halte ein Abschlussberatungsgespräch, in dem du die wichtigsten Punkte mündlich wiederholst. Plane automatisch einen Follow-up-Anruf oder eine Nachricht nach 3–5 Tagen ein – nicht um Probleme zu vermeiden (die wirst du nicht alle verhindern können), sondern um Unsicherheit zu adressieren und deine Präsenz zu zeigen.
Nach etwa 2 Wochen, wenn das Peeling im vollen Gange ist, angebote eine kurze Kontrollvisite an (kostenfrei, schnell, nur zur Beruhigung). Nach 4 Wochen wird es Zeit für einen geplanten Nachtermin, in dem die endgültige Farb-Entwicklung sichtbar ist. An diesem Termin können Fine-Tunings vorgenommen werden – z.B. wenn die Farbe ungleichmäßig ist oder nachgebessert werden muss.
Dieses aktive System unterscheidet dich von Fachkräften, die eine Anleitung aushändigen und dann Stille folgt. Deine Kundinnen wissen: Ich kümmere mich um sie, nicht nur während des Behandlungstermins, sondern auch danach. Das erzeugt Vertrauen und führt zu besseren Endergebnissen – und zu Kundinnen, die dich weiterempfehlen.
AVGS-Förderung: Das Wichtigste
Wenn du als Fachkraft selbstständig bist oder als Angestellte ein Perfektionstraining für Velvet Lips anstrebst, solltest du wissen, dass es eine finanzielle Möglichkeit gibt: Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) nach § 45 SGB III.
Der AVGS ist eine Förderung der Arbeitsagentur oder des Jobcenters, die speziell für bereits ausgebildete Fachkräfte konzipiert ist – nicht für Anfänger. Der große Vorteil: Bei Bewilligung übernimmt die Behörde die kompletten Maßnahmekosten. Für dich als Teilnehmerin entstehen keine Kosten.
Ein wichtiger Hinweis: Es gibt keinen Rechtsanspruch auf den AVGS. Die Bewilligung ist immer eine Ermessensentscheidung der zuständigen Sachbearbeiter. Das bedeutet, du musst die Maßnahme VOR Beginn beantragen und die Bewilligung schriftlich in Händen halten. Eine mündliche Zusage reicht nicht.
Der AVGS kann von Arbeitssuchenden, von Arbeitslosigkeit Bedrohten, ALG-I-Beziehenden und Bürgergeld-Beziehenden beantragt werden. In bestimmten Fällen können auch Angestellte und Selbstständige gefördert werden – hier ist eine Einzelfallprüfung nötig.
Das Perfektionstraining für Velvet Lips beträgt 40 Unterrichtseinheiten: 3 Praxistage à etwa 8 Stunden (Matrizenübung auf Übungshaut, Arbeit am lebenden Kundenmodell unter direkter Aufsicht) plus 10 Unterrichtseinheiten Online zu Marketing und Vertrieb für Beauty-Selbstständige. Es ist rein praktisch ausgerichtet – Theorie wird vorausgesetzt, da du ja bereits ausgebildet bist.
Am Ende erhältst du ein Teilnahme-Zertifikat, das du in deinem Marketing und bei Kundinnen einsetzen kannst. Der große Mehrwert: Unser Kooperationspartner ist der einzige AZAV-zugelassene Anbieter in Deutschland, der Perfektionstrainings speziell für erfahrene Fachkräfte über AVGS anbietet. Das ist eine echte Besonderheit.
Nächster Schritt: Perfektionstraining Velvet Lips in Hamburg buchen
Wenn du deine Skills bei Velvet Lips auf das nächste Level heben möchtest – sei es die Farbauswahl nach Hauttyp, das Neutralisieren schwieriger Lippentöne, das Schmerz- und Blutungsmanagement oder einfach die Sicherheit, jede Kundin perfekt durch den Heilungsprozess zu begleiten – ist ein Perfektionstraining die Antwort.
Auf unserer Seite zu Velvet Lips & LipStick Masterclass in Hamburg findest du alle Termine und Informationen sowie alle zertifizierten Fachdozentinnen in deiner Nähe. Die Termine sind flexibel gestaltbar – die Praxistage erfolgen nach Absprache mit der Dozentin, je nach deinem Zeitplan. Schau dir die Seite an, kontaktiere eine Fachdozentin, die dir zusagt, und klär, ob du die Voraussetzungen für eine AVGS-Förderung erfüllst. Das komplette Perfektionstraining kann dann kostenlos durchgeführt werden.











